Der 2/3 Zinssatz für den Top-Kredit der norisbank sinkt von 5,9 auf 7,9 Prozent. Zwei Drittel der Darlehensnehmer der Deutschen Bank Tochter bekommen somit einen Online-Kredit mit einem effektiven Jahreszins von 5,9 Prozent oder weniger.
Der 2/3 Zinssatz wurde Mitte 2010 von der Europäischen Union im Rahmen der Verbraucherkreditrichtlinie II eingeführt und ist in Deutschland in der Preisangabenverordnung (PAngV) festgeschrieben. Damit will die EU Lockangeboten entgegen treten. So soll verhindert werden, dass einzelne Banken mit sehr günstigen Konditionen werben, diese jedoch kaum einem Kunden anbieten.
Ein 2/3 Zinssatz von 5,9 Prozent bedeutet, dass mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer nicht mehr als 5,9 Prozent Zinsen zahlen. Berücksichtigt wird dabei der effektive Jahreszins, der gebundene Sollzinssatz liegt im Regelfall niedriger.
Für ein Darlehen über 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 48 Monaten muss ein Kunde beispielsweise einen gebundenen Sollzinssatz von 5,74 Prozent zahlen. In den effektiven Jahreszins gehen jedoch auch weitere Kosten ein. Weil die norisbank auf eine Bearbeitungsgebühr verzichtet, liegt dieser mit 5,9 Prozent nur geringfügig über dem Sollzinssatz.
Im Einzelfall kann der effektive Jahrszins jedoch auf bis zu 9,9 Prozent ansteigen. Wer ein sicheres Einkommen und keinen negativen SCHUFA-Eintrag hat, muss dagegen nur einen effektiven Jahrszins von 4,9 Prozent zahlen, der Sollzinssatz liegt im günstigsten Fall sogar bei nur 1,84 Prozent.
Werden aufgrund großzügigerer Richtlinien mehr Kunden in die unteren Zinsstufen eingruppiert, sinkt der 2/3 Sollzinssatz auch dann, wenn die Bank ansonsten keine Zinssenkung bekannt gibt. Zu Recht, denn für die Kunden wird es dann im Schnitt billiger.
Allerdings ist unklar, ob der gesunkene Sollzinssatz des norisbank Top-Kredits die Folge einer großzügigeren Eingruppierung der Darlehensnehmer in die verschiedenen Zinsstufen ist oder ob mehr Kunden mit geringer Bonität – und damit hohen Zinsen – abgelehnt werden. Erst vor kurzem hatte die norisbank die oberste Zinsstufe mit einem effektiven Jahreszins von 12,9 Prozent abgeschafft.
Für Beamte sind die Bedingungen bei der Kreditaufnahme allerdings meist eher günstig. Weil sie einen sicheren Arbeitsplatz haben, liegen die Zinsen im Regelfall im unteren Bereich. Das gilt nicht nur für klassische Beamtenkredite, sondern auch bei regulären Krediten.
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